Mit vier Akkorden zum Superhit!

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Der WDR hat im Gespräch mit dem Bonner Musikforscher Volkmar Kramarz, die Frage erörtert, ob ein Superhit aus vier Akkorden bestehen kann. Volkmar Kramarz hat die Harmoniemuster weltweit erfolgreicher Hits untersucht - und benennt bestimmte Dur-Moll-Akkordfolgen als Pop-Formeln. Wir haben nachstehend lediglich einen Auszug aus dem WDR-Interview. Es lohnt sich aber dennoch den ganzen Artikel zu lesen.

Kramarz lehrt Musikwissenschaft an der Universität Bonn mit dem Forschungsschwerpunkt Popularmusik. Er kennt die harmonischen Regeln für die Komposition eines Hits. Bestimmte Akkordfolgen empfinden Menschen als besonders angenehm.


Schon Marlene Dietrich berücksichtigte Erfolgsrezepte des Pop

Am erfolgreichsten sind laut Kramarz drei Schemata. Die erste Pop-Formel, die er benennt, stammt aus den 50er Jahren. Wie die anderen Pop-Formeln auch beruht sie auf dem Grundprinzip der Dur-Moll-Tonalität und der Kadenz. Man nehme also: Die drei Hauptakkorde einer Tonart, damit hat man alle Töne der entsprechenden Tonleiter. Und die würzt man an geeigneter Stelle mit einem weiteren Akkord. "Das nennt man Turnaround“, erklärt Kramarz, "weil man das immer wieder neu wiederholen kann. Das Prinzip hat sich unglaublich schnell verbreitet.“ Alle traurigen, langsamen Songs der 1950er basieren auf dieser Pop-Formel, etwa C‑Dur – A-Moll – F-Dur und G-Dur. Dazu gehört zum Beispiel der Song "Sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben?“ des US-amerikanischen Songwriters Pete Seeger, den auch Marlene Dietrich sang.

Hirnregionen für Wohlgefallen und Euphorie

Seit den 1970er Jahren ist auch ein anderes Schema beliebt: die sogenannte Moll-Pop-Formel. Dieselben Akkorde wie beim Turnaround, aber in anderer Reihenfolge: A-Moll – F-Dur - C-Dur – und G-Dur. Besonders erfolgreich waren auch Songs mit einer dritten Akkordfolge, der Four-Chord-Formel: C-Dur – G-Dur - A-Moll und – F-Dur. Die australische Comedy-Band "Axis of Awesome“ bringt das auf den Punkt in ihrem Song "Four Chords“. Immer dieselben vier Harmonien hintereinander liefern die Struktur für unzählige Hits.

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