Biografie


Grazia Sposito wächst in ihrer Geburtsstadt Wolfsburg als eines von vier Kindern sizilianischer Eltern auf. Trotz ihrer italienischen Wurzeln hat sich Grazia zwischen den Kulturen ihrer Heimatländer nie zerrissen gefühlt. Vielmehr nimmt sie den bi-kulturellen Einfluss an wie ein Geschenk und betrachtet ihn als als Bereicherung für ihre Persönlichkeitsbildung. Addiert man die deutschen Tugenden mit der Gelassenheit des „Dolce Vita“-Lebensgefühls der Italiener, ergibt sich nach Grazias Rechnung eine perfekte Voraussetzung für eine ausgeglichene Lebensbalance. Dass sie in beiden Heimatländern immer als Ausländer bezeichnet wird, nimmt sie mit Humor hin, denn ihr Heimatgefühl definiert sie persönlich nicht über ein Etikett, das ihr von außen aufgedrückt wird.
"Was uns Menschen vereint ist, dass wir gemeinsam auf diesem einen Erdball wohnen. Der Wert eines Menschen verändert sich nicht in Abhängigkeit irgendwelcher Punkte, die auf dem Globus unseren Geburtsort oder Wohnort markieren. Abgesehen davon fühle ich mich überall dort zuhause, wo ich mich mit Menschen umgeben darf, von denen ich mich verstanden fühle."
Das Gefühl, zu Hause zu sein, gibt ihr auch Jimi, ein kleiner grauer Kater, der Grazia streunend im Sommerurlaub 2017 in Italien am Strand zulief und seither nicht mehr von ihrer Seite weicht.
"Jimi begleitet mich durch mein Leben und macht es bunt und fröhlich. Seit er bei mir eingezogen ist, hat er sich zum „Herrn des Hauses“ etabliert und wenn ich singe, miaut er kräftig mit. Katzenmusik ist inzwischen eines meiner favorisierten Genres",
erzählt uns Grazia augenzwinkernd. Die Liebe zur Musik entfachte Grazias Vater in ihr, der ein leidenschaftlicher Musiker ist.

"Eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen ist, dass mein Vater eines Tages nach Hause kam und eine kleine, selbstgebaute Gitarre aus Holz unter seinem Arm trug. Sie war mit richtigen Saiten bespannt und man konnte tatsächlich auf ihr spielen. Ab jenem Zeitpunkt begleitete ich meinen Vater stets beim Musizieren. Ich war vier Jahre alt und die damals entflammte Liebe zur Musik hat nie aufgehört zu brennen."
Erste Banderfahrungen erfolgten bald in der Schule sowie als Sängerin von Cover Bands, die für verschiedene Events gebucht wurden. Zudem arbeitete Grazia Sposito in Wolfsburger und Braunschweiger Pubs als Host von Karaoke-Shows. Später schloss sie sich für viele Jahre der bereits in der Region erfolgreichen Rock Band "Stash" an. Zusammen produzierten sie das Album "Music in Progress", zu welchen Grazia auch eigene Songs in englischer Sprache sowie auf italienisch beisteuerte.

Mit der Zeit wurden die Produzenten deutscher sowie internationaler Bands wie "Edguy" und "Kamelot" auf Grazia Spositos außergewöhnliche Stimme aufmerksam und buchten sie als Background Sängerin für einige Songs diverser Alben (Haven (Kamelot); Age of the Joker (Edguy)). Anfang 2015 kam die Anfrage, im Rahmen der weltweiten Kampagne "One Billion Rising", die sich gegen Gewalt an Frauen richtet, den italienischen Part des Wolfsburger Beitrages textlich und gesanglich beizusteuern, was Grazia aus voller Überzeugung tat. Nebenher absolvierte sie erfolgreich ihr BWL Studium und arbeitet seitdem im Vertrieb einer großen Firma.

"Ich habe Freude an meiner Arbeit und sie entspricht auch einem großen Teil meiner Fähigkeiten, aber in den schweren Stunden meines Lebens war es nicht die Arbeit als Angestellte, die mir Trost gab, mir wieder auf die Beine half und mich zurück ins Leben holte. Was mich immer wieder rettete, war meine große Liebe, mein ewiger Motor: meine Musik! Ich bin dankbar für meinen Job und ich gehe meiner täglichen Arbeit gerne nach, aber für die Musik brenne ich."
Grazia Sposito beschreibt sich selbst als starke Frau, die sich dem Leben immer wieder versöhnlich zuwendet, auch wenn es manchmal ein harter Kampf ist und sie bereits einige Schicksalsschläge einstecken musste, die sie tief in die Knie zwangen.

Die jetzige Phase ihres Lebens beschreibt sie als ein Ankommen und als ein Aufbrechen zugleich. Mit der Entscheidung, sich Ende 2015 offiziell mit den Produzenten, Komponisten und Textdichtern von Cagebirdsongs zusammenzutun, kam auch die Entscheidung, sich vom Bandleben zu verabschieden.

"Die Arbeit in Bands war eine wertvolle Erfahrung und ich bin sehr dankbar für diese Lehrjahre. Charakteristisch für eine Band ist aber, dass das Musikprodukt immer ein Kompromiss ist und dem einzelnen Bandmitglied niemals zu 100% entspricht. Ich bin jetzt an einem Punkt in meinem Leben gekommen, an dem ich musikalisch keine Kompromisse mehr machen möchte. Ich möchte keinen Vorschriften mehr folgen, auch nicht denen der Musikindustrie. Erfahrenere Kollegen aus dem Musikbusiness haben mir oft empfohlen, mich auf ein Genre festzulegen, um die Kritiker nicht zu reizen. Aber mein Charakter ist voller Kontraste und meine Stimme ist es auch. Mein Musikgeschmack ist so vielfältig und vermeintlich widersprüchlich. Abgesehen vom Schlager finde ich in jedem Genre mindestens ein Lied, das irgendetwas in mir zum Klingen bringt. Ich möchte die Freiheit haben, mich der Elemente jedes Genres bedienen zu dürfen, wenn ich der Meinung bin, dass das dem Song gut tut und dass ich damit meine Gefühle authentisch transportieren kann. Die Vorgaben der Businesskenner tragen nicht dazu bei, dass meine Musik besser wird. Meine Musik wird nur gut, wenn ich sie so ausdrücke, wie ich es fühle."